Max Dollinger singt Georg Kreisler im Jazz Club Hannover

„Lied.Konzerte“ nennt sich eine neue Veranstaltungsreihe der Staatsoper Hannover. Sängerinnen und Sänger der Staatsoper Hannover treten auf im intimen Rahmen, präsentieren uns Musik, die sie lieben, die sie uns nahebringen wollen. Dazu ziehen sie hinaus in die Stadt, in andere Lokationen. So ein wunderbares Konzert erlebten wir am 13. Juni 2026.

Bariton und Staatsoper-Ensemblemitglied Max Dollinger gastiert beim Jazzclub Hannover. – Foto (c) Achim Riehn

Diesmal war der Jazz Club Hannover auf dem Lindener Berg der Spielort. „Unerhörtes von Georg Kreisler“ war der Name dieses Konzerts. Max Dollinger, Bariton aus dem Ensemble der Staatsoper, begleitet am Klavier von Wolfgang Skill, sang eher unbekannte Chansons von Georg Kreisler.

Wir waren eine Stunde vor Beginn des Konzerts da, schon mehr als die Hälfte der Sitzplätze waren bereits besetzt. Beim Jazz Club muss man schnell sein, um einen Sitzplatz zu bekommen. Es füllte sich schnell, die Besucherinnen und Besucher holten sich Getränke an der Bar, die zu spät Gekommenen standen entspannt an die Wände gelehnt. Es ist eben ein Club, kein Konzertsaal, da gehört das dazu. Die Menschen redeten miteinander und freuten sich auf den Abend.

Das Konzert war wunderbar stimmungsvoll. In diesem verschachtelten Keller mit seinen rotschwarzen Wänden kamen diese Lieder perfekt zur Geltung. Es sind Lieder, die die Nähe brauchen. Die Bühne ist klein, alle Zuschauer sind ganz nah. All dies trägt zu einer intimen Stimmung bei.

23 Chansons standen auf dem Programm. Wir hörten zarte Liebeslieder, melancholische Nachdenklichkeiten, fast zornige Bekenntnisse. Wir hörten Melancholie, Ironie, Witz und Bitternis. Alle Facetten der Welt waren in diesen Liedern enthalten, ein ganzer Kosmos aus Gefühlen breitete sich aus.

Max Dollinger singt nicht nur hervorragend lyrische Bariton-Rollen an der Oper, er ist auch großartig in diesen Chansons. Kongenial wurde er begleitet am Klavier von Wolfgang Skill. Aber Begleitung ist das falsche Wort, das war eine untrennbare Einheit an diesem Abend. Max Dollinger zeigte mit seinen Zwischentexten, dass er auch ein Entertainer ist, mit verschmitztem Witz und einer gehörigen Portion Tiefsinn.

Mit „Tauben vergiften im Park“ bedankten sich die Beiden beim begeisterten Publikum. Ein wunderschönes, intimes Konzert in einem perfekt passenden Rahmen, an einem perfekt passenden Ort. Ich kann die Konzerte dieser Reihe nur empfehlen. In der nächsten Saison geht es weiter. Ich freue mich drauf!

Text: Achim Riehn

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